Berliner Sporthalle nur für Frauen

Anfang Mai ist der SPD-Bürgermeister des Berliner Stadtteils Marzahn mit Plänen an die Öffentlichkeit gegangen, eine im Bezirk vorhandene und neu renovierte Mehrzwecksporthalle ab dem Jahr 2014 für Jungen und Männer zu sperren. Eine von der zuständigen Gleichstellungsbeauftragten durchgeführte Umfrage habe ergeben, daß Frauen sich angenehmere und komplett männerfreie Sport- und Freizeiteinrichtungen wünschen.

Ob am Eingang der mit öffentlichen (auch männlichen) Steuergeldern renovierten Halle ein Chromosomscanner angebracht wird um minderwertige XY-Träger fernzuhalten ist nicht bekannt. Bekannt ist aber die Meinung der Bevölkerung, welche sich am 16.Juni in „Einwohnerversammlung“ entlud:

Gleich zu Beginn der Veranstaltung wurde darauf hingewiesen, dass in dieser Veranstaltung die Polizei sowie ein privater Sicherheitsdienst anwesend sein werden. Eine ausgesprochene Erheiterung der Versammelten war die Folge, da sich die Volksvertreter offensichtlich vor ihrer eigenen Bevölkerung fürchteten.

Dann eröffnete die Vorsitzende der BVV (Bezirksverordnetenversammlung), Frau Bernikas, die Versammlung mit der rhetorische Frage, ob Marzahn eine Frauensporthalle benötigen würde. Sie erhielt die Antwort postwendend aus dem Publikum: ein lautes, mehrheitlichen „Nein“.

Während ihres Vortrages gab es immer wieder lautes Gelächter aus dem Publikum, was vor allem an den Wünschen der Frauen lag, die an der Umfrage teilgenommen hatten. Neben für alle Menschen sinnvollen Ding wie gut ausgeleuchtete Wege, forderten sie beispielsweise auch Einrichtungen, die für Sporthallen quasi unverzichtbar sind, beispielsweise Teeküchen, Begegnungsräume zum Schwatzen und eine Bibliothek.

Die Fragerunde an den Bezirksbürgermeister, Herrn Komoß, eröffnete eine Frau. Sie äußerte, dass diese Halle von männlichen und weiblichen Steuergeldern gebaut wurde und eine Nutzung NUR durch Frauen abgelehnt werde, was mit einem lauten, mehrheitlichen Klatschen vom Publikum quittiert wurde. Sie fragte, wann es denn eine Sporthalle für Männer gebe. Das Publikum unterstützte sie durch lautes, langes Klatschen. Die Antwort von Herrn Komoß schenken wir uns.

Später übergab eine Bürgersprecherin dem Bezirksbürgermeister eine Unterschriftenliste mit 1900 Unterschriften gegen die Frauensporthalle. Bereits 1000 Unterschriften wären ausreichend, damit sich die BVV erneut mit dieser Thematik beschäftigen muss.

Als die Sprecherin der Frauenbeirats anschließend mit einer langen Rede über Frauenbenachteiligungen am eigentlichen Thema ausdauernd vorbei sprach, provozierte sie im Publikum „Abtreten!“-Rufe.

Es gab noch eine Vielzahl weiterer Wortmeldungen, in denen sich vor allem über das Demokratieverständnis der BVV-Vertreter beschwert wurde. Bis auf die Bemerkungen der Sprecherin einer kleinen, ebenfalls anwesenden Pro-Frauensporthalle-Fraktion, waren die Kommentare durchgehen kritisch-ablehnend.

Bemerkenswert ist noch, dass der Bezirksbürgermeister Komoß auf Nachfrage eines Bürgers zugeben musste, dass die Umfrage, auf die sich die Entscheidung stützt, nicht repräsentativ war.

Für die Vertreter der BVV dürfte nach dieser Veranstaltung klar sein, was die Bevölkerung von so einer sexistischen Idee hält. Welche Schlussfolgerungen sie allerdings daraus ziehen, bleibt abzuwarten. Falls sie bei ihrem Diskriminierungsbeschluss bleiben, haben die Einwohner natürlich bei der nächsten Wahl die Gelegenheit zu zeigen, welche Schlussfolgerungen sie daraus ziehen.

Quelle: h$$p://manndat.de/geschlechterpolitik/frauensporthalle-die-meinung-der-bevoelkerung.html

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