Pussy Riot im Krieg

Eigentümlich frei hat sich mal die Mühe gemacht zusammenzufassen was es über die Frauen von Pussy Riot zu sagen gibt.

… Scheinbar handelt es sich um etwa zehn junge Frauen einer feministischen Punkgruppe. Näher betrachtet ragt die 22-jährige Philosophiestudentin Nadeschda Andrejewna („Nadja“) Tolokonnikowa heraus. Sie ist verheiratet mit Pjotr Wersilow. Gemeinsam gründeten die beiden 2005 die „Künstlergruppe Woina“, die heute vom damaligen Mitstreiter Oleg Worotnikow und dessen Frau Natalia Sokol geführt wird. „Woina“, das heißt auf Deutsch: Krieg. Pussy Tolokonnikowa wurde zu zwei Jahren Arbeitslager verurteilt, Kamerad Worotnikow wird per internationalen Haftbefehl gesucht und ist in den Petersburger Untergrund abgetaucht. Er hatte an Silvester einen Polizeiwagen mit Benzinbomben in Brand gesetzt.

„Im September 2008 erhängte die Gruppe symbolisch fünf Menschen in einem Moskauer Supermarkt: Zwei Homosexuelle ließen sich freiwillig hängen, drei Gastarbeiter bekamen Geld. Mit Stricken um den Hals, allerdings ohne Gefahr für ihr Leben, baumelten sie an der Decke, bis Mitarbeiter des Supermarktes sie abnahmen.“ Bei einem Prozess gegen den Kunstkurator Andrei Jerofejew im Mai 2009 „packten Tolokonnikowa und andere Woina-Mitglieder im Gerichtssaal E-Gitarren aus und sangen ein Lied“ mit dem Vers „vergiss nicht, dass alle Bullen Missgeburten sind“. Die Aktion, informiert Gathmann, „trug den Namen Schwanz in den Arsch“. Im Juli 2010 schließlich „entwendete eine Aktivistin von Woina ein Suppenhuhn aus einem Petersburger Supermarkt.“ Gathmann, dessen Artikel von der „FAS“ mit der Überschrift „Lady Suppenhuhn“ betitelt wurde, führt aus, was dann geschah: „Mit einigen Männern und kleinen Kindern im Schlepptau wanderte sie im Markt umher, schließlich stopfte sie sich das Suppenhuhn so tief wie möglich in ihr Geschlechtsorgan und verließ den Laden. Die Gruppe filmte die Aktion und stellte den Clip ins Netz, alles, was sie tun, dokumentieren sie. Pornographie als Kunst.“

Und Kinder sind immer dabei. Tolokonnikowa und Wersilow haben eine vierjährige Tochter: Gera. Worotnikow und Sokol zeugten zwei gemeinsame Kinder, den dreijährigen Sohn Kasper und die im Januar geborene Tochter Mama. Gemeinsam ist den Dreien das Schicksal, von ihren Eltern als politische Waffen eingesetzt zu werden. Gathmann nennt Details: „Worotnikow stürmte auf einer nicht genehmigten Demonstration in Sankt Petersburg inmitten von Mitgliedern der autonomen Szene mit seinem damals zwei Jahre alten Sohn auf dem Rücken über den Newski-Prospekt. Dabei bespritzte er Polizisten mit Urin, das er in mehrere Flaschen abgefüllt hatte. Als die Polizei ihn festsetzte und ihm den schreienden Sohn entwand, beschwerte Worotnikow sich über die unmenschlichen Methoden der Polizei.“ Und Gera?

Die inzwischen anderthalb Jahre alte Tochter befindet sich seit längerem in der Obhut von Wersilows Eltern, etwa seit einem nächtlichen Sturz von einem Computertisch bei dem sich die damals noch wenige Monate alte Gera schwer verletzte.

Worotnikow sagte über seine beiden Kinder: „Die Aktivisten Mama und Kasper sind von Geburt an Mitglieder unseres Kollektivs. Kasper ist der jüngste politische Gefangene Russlands. Die Polizei hat ihn dreimal aufgrund seiner aktionistischen Tätigkeiten verhaftet. Er hat mit uns gegen die Polizei gekämpft, an internationalen Ausstellungen teilgenommen und ist der jüngste Kurator aller Zeiten.“

Nadeschda Tolokonnikowa gegenüber dem „Spiegel“ auf die Frage: „Sie mussten mit einer Festnahme rechnen. Haben Sie nicht verantwortungslos gegenüber Ihrem Kind gehandelt?“ Tolokonnikowa antwortete ichbezogen: „Wer Angst vor Wölfen hat, darf nicht in den Wald gehen. Ich fürchte Wölfe nicht. Ich kämpfe dafür, dass meine Tochter in einem freien Land aufwächst.“ Im Übrigen sei das Schicksal der Tochter „die persönliche Rache Putins“.

Ehemann Pjotr Wersilow gegenüber „Andy Warhol’s Interview“: „Weiß Ihre vierjährige Tochter, was um sie herum passiert? Hält sie das aus?“ Wersilow: „Gera weiß, dass Putin Nadja in einen Käfig gesteckt hat. Sie zeichnet Pläne, wie sie befreit werden könnte. Meistens sind es Oberleitungsbusse und Traktoren, mit denen sie die Wände einreißen und die Mutter befreien will.“

Extremisten neigen zu einer absonderlichen „Liebe“ gegenüber den eigenen Kindern. Die deutsche RAF-Gründerin Ulrike Meinhof ließ ihre kleinen Zwillingstöchter nach Sizilien entführen und wollte sie in ein palästinensisches Waisenlager stecken, um sich selbst ganz dem „Kampf“ widmen zu können.

Weiter gehts hier: h$$p://ef-magazin.de/2013/12/27/4782-ikonen-extrem-baader-meinhof-in-moskau

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