Falsche Meinung => Muttis Konto gekündigt

Vielen Menschen in Deutschland kann es passieren, wenn sie prominent genug die falsche Meinung vertreten, wird ihnen einfach mal das Bankkonto gekündigt.
Michael Stürzenberger und co. können ein Lied von Singen. Allerdings passiert es auch am anderen Ende des politischen Spektrums:

Seit mehr als 40 Jahren war Evelyn S. (62) Kundin der Commerzbank, als das Geldinstitut am 8. Januar ihr Konto kündigte, weil sie sich geweigert hatte, ihrem Sohn Kerem (27) die Vollmacht zu entziehen. Evelyn S. hatte zunächst an einen üblen Scherz geglaubt, als genau dies am 12. Dezember telefonisch von ihr verlangt worden war. Nicht etwa, weil Kerem S. problematische Summen abgehoben hätte, sondern weil der Bank »Erkenntnisse« mitgeteilt worden seien, die eine Geschäftsbeziehung mit ihm unmöglich machten, hieß es. »Das dürfen wir Ihnen nicht sagen. Das kommt von einer internen Abteilung«, erfuhr die Mutter, als sie nach dem Inhalt der »Erkenntnisse« und der Art der Übermittlung fragte.

Für Kerem S. liegt auf der Hand, »daß damit meine politischen Aktivitäten als fortschrittlicher Mensch gemeint sind«, erklärte der Student der Kommunikationswissenschaften am Donnerstag. Er ist nicht nur gewähltes Mitglied seiner Fachschaftsvertretung, sondern auch Kreissprecher der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) und argumentiert für die Vergesellschaftung von Banken. Seine Mutter werde dafür in Sippenhaft genommen, obwohl er die besagte Vollmacht nie genutzt habe. Es habe auch kaum jemand gewußt, daß es sie gab, sagte S. im Gespräch mit junge Welt. Vermutlich habe der Verfassungsschutz die Finger im Spiel.

Der Sprecher des Bayerischen Landesamt für Verfassungsschutz (BLfV) bezeichnete Kerem S. als »Persönlichkeit, die sehr offensiv als Linksextremist in Erscheinung tritt«. Deshalb habe man ihn auch schon mal im Verfassungsschutzbericht erwähnt. Vielleicht sei jemand in der Bank zufällig darüber gestolpert. Mit so etwas müsse ein Extremist rechnen. Evelyn S. erinnert sich allerdings an die Aussage während des Telefonats mit der Bank, die Erkenntnisse seien explizit »übermittelt« oder »mitgeteilt« worden. Der BLfV-Sprecher versicherte erst nach Rücksprache mit seinen Kollegen, so etwas mache seine Behörde nicht – sie beobachte nur.

Quelle: h$$p://www.jungewelt.de/2014/01-24/048.php

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