Danisch über das ertrunkene Kind

Sonst sieht man im Fernsehen oder in den Zeitschriften nie Bilder von Leichen. Das gibt es in der deutschen Medienlandschaft ansich nicht. Aber auch dort wird in der Flüchtlingspolitk eine Ausnahme gemacht. Jetzt kann man sich Vormittags, Nachmittags und Abends auf allen Sendern Kinderleichen angucken.

Danisch faßt das herrlich zusammen:
Seit ein paar Tagen werden wir mit dem Bild des toten Dreijährigen bombardiert, der an den Strand angeschwemmt wurde.

Seit Monaten, seit Jahren ertrinken Flüchtlinge im Mittelmeer und anderswo. Hat bisher nicht so gestört. Die waren ja auch nicht so ansehnlich. Und hauptsächlich Männer. Männer zählen nicht, deshalb sagen die in den Nachrichten auch immer dazu, wenn bei einem Unglück auch Frauen und Kinder unter den Toten sind. Nur die sind wichtig.

Freilich gab’s auch von den bisherigen Wasserleichen schon Fotos. Aber die waren nicht schön, die waren schon angegammelt oder angefressen, und es waren halt viele. Sowas zeigt man nicht.

Jetzt aber hat man einen blitzsauberen, so süßen Dreijähren, noch ganz frisch und sauber, nicht angefressen, der auch noch so halbwegs normal da liegt und eben tot ist. Eigentlich so tot wie alle andere, aber eben viel schöner, viel anrührender. Sowas will die medienermüdete Mutti von heute sehen. Wem sein Tod wichtig ist, der muss dafür sorgen, dass er hinterher hübsch und appetitlich aussieht, dann bekommt man auch Mitleid. Ganz schlecht, wenn man in einem Flugzeug abstürzt und versinkt, das keiner mehr findet. Keine Fotos von Plüschtieren und sowas. Dann interessiert das nicht mehr, ob die 3 oder 30 Jahre waren, dann wird nur ganz am Rande erwähnt, dass es x Passagiere waren. Nicht der Tod wirkt auf die Öffentlichkeit, sondern ob wir ein schönes PR-taugliches Foto von der frischen Leiche bekommen. Dann kommen auch die Eltern ins Fernsehen. Wird die Leiche angefressen, oder geht sie unter, kommt man nicht ins Fernsehen, sowas wirkt ja nicht. To te Kinder sind für die Öffentlichkeit an sich ja kein Problem, solange sie ordnungsgemäß untergehen. Anders natürlich, wenn sie an den Strand gespült werden. Wer möchte schon am Strand spazieren gehen und dabei… Deshalb hört man auch von Kindern nichts, die nicht wieder auftauchten.

Und weiter heißt es:
Wundert mich eigentlich, dass sie den Jungen überhaupt bestattet und nicht plastifiziert und auf einer Säule als Dauermahnmal im Bundeskanzleramt aufgestellt haben. Dann wäre der wiederverwendbar. Wo doch eine Kinderleiche so ein perfektes rhetorisches Mittel ist. Mit so einem Bild kann man alles behaupten, damit hat man 100% Medienabdeckung und 0% Gegenmeinung. Und natürlich das ultimative Schuld-Narrativ.

Wer ist schuld daran, dass ein Schlauchboot auf dem Mittelmeer kentert und die Mutter und zwei Kinder ertrinken?

Erst neulich hatte ich einen Artikel über den Segeltörn auf der Ostsee. Da galt eigentlich noch, dass man nicht mit untauglichem Gerät aufs Meer fährt. Man könnte ja mal recherchieren, ob das wirklich notwendig war, mit kleinen Kindern im Schlauchboot aufs Meer zu fahren. Bei normalen Leuten würde sowas unter grob fahrlässig laufen.

Mehr gibts hier: Danisch – Frivole Leichenschau

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