Deserteurdenkmal in Hamburg eingeweiht

Deutschland gedenkt jetzt für circa 850.000 € den Deserteuren. Kommt euch komisch vor? Mir auch.

Das dachte sich auch der NDR und verband die Berichterstattung mit einem Herren aus Hamburg der sich im April 1945 nicht mehr einziehen lassen wollte und 2 Wochen im Hühnerstall verbracht hat, bevor die Briten kamen.

Weshalb ich deshalb aber nun allen Deserteuren gedenken soll, ist mir nicht klar. Deshalb wurde das Denkmal doppelt abgesichert. Man gedenkt dort nicht nur den „Deserteuren“, sondern auch den „Opfern der NS-Militärjustiz“. Wer das Denkmal also doof findet, muß sich gleich fragen lassen, warum er etwas gegen ein Denkmal für Opfer der NS-Militärjustiz hat.

Gedenke ich jetzt eigentlich auch Karl Otto Koch? Dem SS-Führer und Lagerkommandant mehrerer Konzentrationslage wurde ja 1944 der Prozeß gemacht, wegen Korruption, Mord und Körperverletzung mit tödlichem Ausgang (in Buchenwald).

Koch wurde wegen Mordes, Hehlerei, Betrug, Unterschlagung und Anstiftung zweimal zum Tode verurteilt, und im April 1945 erschossen.
Wohl ein klares Opfer der NS-Militärjustiz, oder?

Egal, das Denkmal wurde übrigens aufgestellt, weil es dort nämlich bereits ein Denkmal gibt, und zwar ein Böses.
Namentlich das Kriegerdenkmal am Dammtordamm, eingeweiht 1936 erinnert es an das Reserve-Infanterie Regiment-Nummer 76. „Deutschland muss leben, auch wenn wir sterben müssen.“

Es war wohl als Gegendenkmal zur großen Gedenk-Stele am Rathaus von Ernst Barlach gedacht. ’45 wollten die Briten es sprengen. In den 80ern kam eine Gegenskulptur von Alfred Hrdlicka hinzu. Das reicht aber anscheinend nicht. Später wollte man das Kriegerdenkmal verändern und nun kam für fast 1 Million Euro ein weiteres Gegendenkmal hinzu. Und zwar für die Deserteure. Die Schildbürger aus Schilda lassen grüßen.

Und Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz freut sich mal wieder eine Rede halten zu dürfen….

Mehr Informationen: NDR.deWikiplödia

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