Safe-Spaces versus Redefreiheit

Der FAZ fällt auf, daß das Unterdrücken von Meinungen nicht mit der Redefreiheit vereinbar ist. *staun* Aber leider nur in Großbritannien. In Deutschland haben wir so ein Problem natürlich nicht.

Vorab: „Safe spaces sollen frei von Diskriminierung, Belästigung und Hassreden gegen unterprivilegierte Gruppen wie Frauen, Schwule, Lesben, Bisexuelle, Transsexuelle und ethnische Minderheiten sein. … Menschen können aus diesem Schutzraum entfernt werden, wenn ihre anstößigen Sichtweisen denselben bedrohen.“

Da werden Redner niedergebrüllt, das heißt wenn die  Veranstaltung nicht sowieso gleich abgesagt wird. Es werden Professoren bedroht. Alles was nicht dem vorherrschenden Gruppendenken entspricht ist verboten. Kann man sich alles in der FAZ durchlesen. Auf Diskussionen lassen sich die Studenten übrigens gar nicht ein.

Die Studentenvertreter in Oxford haben kein Interesse, ihren Standpunkt zu erklären, weder in der Oxford University Student’s Union noch in der Oxford Union. Mails blieben unbeantwortet, Telefonanfragen ergebnislos.

Also was macht man? Man geht einfach mal hin und quatscht die Studenten an.

Das Tor zum Innenhof steht offen, ein paar Studenten unterhalten sich dort, sind aber nicht bereit, Auskunft zu geben. Das dürfe nur der „Präsident“, der wenig später sogar sein Büro verlässt, um den ungebetenen Gast aus Deutschland in Augenschein zu nehmen. Stuart Webber ist 21 Jahre alt und sagt ungerührt, er habe keine Zeit, nicht einmal fünf Minuten. Man könne ihm eine E-Mail schreiben. Free Speech im Dezember 2015.

Eigentlich brüllen sie nur noch andere Leute nieder. Sonst nichts. Sonst gar nichts. Wieso die überhaupt noch Ernst genommen werden und nicht gleich von der Uni fliegen…

Und das Phänomen hat die Universitäten bereits verlassen:

In weiten Kreisen des Königreichs gilt es mittlerweile als unhöflich, Weihnachtskarten zu verschicken, auf denen „Merry Christmas“ steht. Ein Muslim könnte sie zu Gesicht bekommen und sich verletzt fühlen. Also werden „Season’s Greetings“ verschickt, Grüße der Saison. Die anglikanische Kirche darf nicht einmal in der Adventszeit für sich werben. Der Kino-Spot, den die Staatskirche unlängst gedreht hatte, könnte „jene beleidigen, die einen anderen Glauben oder gar keinen haben“, begründete die Kinoagentur DCM im November ihre Entscheidung, das Filmchen mit christlichen Gesängen nicht auf der Leinwand auszustrahlen.

Völlig bekloppt!

An vielen Unis ist Robin Thickes freizügiger Popsong „Blurred Lines“ verboten worden – „weil dem Well-being unserer Studenten die Priorität gehört“, wie es etwa am Balliol College in Oxford heißt. Das London University College hat für den „Schutz der Studenten“ die Nietzsche-Gesellschaft verboten. Die University of East Anglia untersagte nach Protesten der Stundentenunion Sombreros auf dem Campus: Das Tragen der breitkrempigen Hüte – Werbegeschenke eines nahe gelegenen mexikanischen Restaurants – könnte als rassistisch aufgefasst werden, hieß es.

Selbst Traditionszeitungen werden inzwischen vom Campus verbannt. Mehr als dreißig Studentenvertretungen setzten das Boulevardblatt „Sun“ auf den Index – vor allem wegen der leichtbekleideten Modells auf der dritten Seite. „Früher haben radikale Studentinnen ihre BHs verbrannt, heute bestehen sie darauf, dass die Models welche tragen“, schrieb O’Neill.

Zur jüngsten Mode ist geworden, Warnhinweise für verstörende Textstellen zu verlangen. Die Shakespeare-Expertin Katherine Rundell, die bis vor wenigen Jahren selber der linksbewegten Stundentenschaft Oxfords angehörte, sieht sich neuerdings in ihren Seminaren der Forderung nach „trigger warnings“ ausgesetzt. „Viele meiner Studenten wollen gewarnt werden, wenn eine Stelle naht, die irgendetwas in ihnen anrichten könnte“, sagt sie und nennt als Beispiel die Vergewaltigung Lavinias in Shakespeares‘ „Titus Andronicus“. In einer Zeitung wurde kürzlich gescherzt, bald müsse die Rolle des Juden Shylock aus Shakespeares „Kaufmann von Venedig“ herausgestrichen werden.

Der Wahnsinn nahm natürlich seinen Anfang in den USA. Wo sonst!

Quelle: h$$p://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/europa/politische-korrektheit-bedroht-die-freie-rede-13994595.html

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