Erdogan: Staatsbesuch mit Schlägerbande

Von seinen medialen Freunden in Westeuropa ignoriert, war Erdogan letzte Woche auf Staatsbesuch in Chile, Peru und Ecuador. Es ging um Erhöhung des Handelsvolumens und um Erhöhung der Popularität der Türkei. Letzteres ging völlig schief.

Ernst genommen wurde er bisher dort auch wenig, schließlich verkündete er letztes Jahr, muslimische Seefahrer hätten bereits 1178 Amerika entdeckt.

Erste Probleme gab es in Chile. Denn was wenig bekannt ist:

Beim Thema Flüchtlinge sind die Südamerikaner Experten. Zirka 22 Millionen Brasilianer – neun Prozent der Gesamtbevölkerung – sind arabischer Abstammung. In Argentinien sind es 3,5 Millionen und damit etwa acht Prozent der Gesamtbevölkerung. Mit 400.000 Nachkommen und Neuankömmlingen ist Chile seit Beginn des 20. Jahrhunderts das Herz der palästinensischen Diaspora in Lateinamerika.

Und so gab es bereits in Chile Probleme:

Vor dem von Polizei abgeriegelten Regierungspalast La Moneda in Santiago de Chile, demonstrierten so auch seit frühen Morgenstunden chilenisch-kurdische Freundschaftsvereine und skandierten in wütenden Chören, „Erdogan Asesino – Erdogan Mörder!“.

Peru verlief weitgehend ruhig. Er hetzte nur gegen Assad, dem er die Alleinschuld für die syrische Gesamtlage zuschob. In Ecuador zündete dann aber der PR-SuperGAU:

Als Erdogan kurz darauf in Ecuador eintraf und in der Hauptstadt Quito seine Attacke gegen die syrische Regierung fortsetzte, die er beschuldigte, „Gewalt und Terrorismus gegen das eigene Volk“ anzuwenden, und den kurdischen Widerstand, insbesondere die Kurdische Arbeiterpartei (PKK) und die Volksschutz-Einheiten (YPG) als „terroristische Organisationen“ mit dem IS gleichsetzte – denn es gäbe „keine guten und schlechte Terroristen!“ – platzte Demonstranten in- und außerhalb des Instituts für Hohe Nationale Studien (IEAN) der Kragen: Wieder unterbrachen ihn erboste Sprechchöre mit „Erdogan Asesino!“.

Das Signal für Erdogans Bodyguards, die aus Ankara mitgereist waren und sich so gar nicht wie Gäste aufführten. Eher wie wild gewordene Saalordner agierten diese und rissen die zumeist weiblichen Demonstrantinnen im IEAN zu Boden, traktierten diese mit Fäusten, zerrten sie an Haaren und Kleidungsstücken brutal aus dem Saal und warfen sie vor den staunenden Augen der ecuadorianischen Polizei in hohem Bogen auf die Straße. Als Journalisten des TV-Senders EcuaVisa ihre Kamera auf die brutale Szene hielten, wurden sie weggestoßen, das Kamera-Objektiv von den drohenden Händen der Bodyguards gezielt verdeckt.

Bei dem Handgemenge bekam auch der ecuadorianische Parlamentsabgeordnete Diego Vintimilla Faustschläge ins Gesicht ab und wurde an den Händen verletzt. Vintimilla wurde von Erdogans Bodyguards niedergeschlagen als er eine Professorin des IEAN vor den Schlägern zu schützen versuchte.

Rosana Alvarado, Vizepräsidentin des Parlaments sprach danach von einer “nicht annehmbaren, feige Aggression, der verschiedene ecuadorianische Bürger zum Opfer fielen”

Charme-Offensive erfolgreich gegen die Wand gefahren.

 

Quelle: h$$ps://deutsch.rt.com/nordamerika/36742-staatsbesuche-mit-schlagertrupp-erdogans-werben/

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