Fleischhauer-Kolumne

 

Jan Fleischhauer hat im Spiegel wiedereinmal eine lustige Kolumne „Ach, wär mein Nachbar doch ein Nazi“ geschrieben. Er möchte sich gegen „Fremdenfeindlichkeit und Rassismus“ engagieren, weiß aber gar nicht so recht wie.

Gerade als Kolumnist trägt man besondere Verantwortung. Leider konnte mir mein Ressortleiter nicht weiterhelfen, obwohl er immer wieder Texte auf die Seite stellt, in denen steht, dass man sich nun engagieren müsse.
Ich habe dann den Beitrag eines Kollegen gelesen, in dem stand, wir müssten den Rassisten und Demokratieverächtern überall entgegentreten, „in der Freizeit, bei der Arbeit, in den sozialen Netzwerken, auf der Straße bei Demonstrationen“. Damit konnte ich schon mehr anfangen. Das war konkret. Ich bin in Gedanken durchgegangen, wo ich mit meinem Engagement am besten anfangen sollte.

In der Arbeit bin ich eigentlich nur von Leuten umgehen, die voll hinter Angela Merkel und ihrer Flüchtlingspolitik stehen. Es wäre unfair – und für mein Verhältnis zu ihnen sicher auch nicht förderlich – , wenn ich sie des Rassismus verdächtigte.

Tja und da hat er gerade die Grundprobleme des deutschen Journalismus benannt. Selbstüberschätzung, Abgehobenheit und völlige Verblendung. Nur fürs Denunziantentum gegenüber seinen Kollegen ist er sich zu fein. 🙂

In meinem Viertel haben Sozialdemokraten und Grüne bei der letzten Wahl 70 Prozent der Stimmen geholt und das in München. Im Prenzlauer Berg, wo die Journalistendichte so hoch ist, dass man praktisch immer einen Medienmenschen trifft, wenn man versehentlich etwas aus dem Fenster wirft, sind es noch mehr.

Sozi’s und Grüne ghettoisieren sich. ^^

Was den Kampf gegen rechts angeht, ist es natürlich nicht so gut, dass die Leute, die nicht länger schweigen wollen, alle auf einem Fleck wohnen.

Gucken wir doch mal wie sich andere engagieren:

Haltung zu zeigen ist unter Journalisten im Augenblick das große Ding. Toll schreiben können, Dinge sehen, die andere nicht sehen – alles gut und schön. Aber wer richtig berühmt und respektiert sein will, muss mehr zu bieten haben. Als Vorbild gelten Journalisten wie Anja Reschke und Dunja Hayali, also Menschen, die Gesicht gezeigt haben, wie das in der Medienwelt heißt.

Reschke wurde im Dezember als „Journalistin des Jahres“ für einen „Tagesthemen“-Kommentar ausgezeichnet, in der sie die Zuschauer dazu aufrief, dass man nicht länger schweigen dürfe, was im Rückblick als Geburtsstunde des Haltungsjournalismus gilt. Hayali hat gerade die „Goldene Kamera“ gewonnen, weil sie unter anderem zu einer AfD-Demo nach Erfurt gefahren war, um die Teilnehmern nach ihren Beweggründen zu fragen.

„Auch wenn die Antworten absurd erschienen, Dunja Hayali blieb immer sachlich“, hieß es in der Begründung der Jury für die Auszeichnung der „mutigen Arbeit“. Früher musste man mit dem Vietcong auf Patrouille gehen, um für einen Fronteinsatz belohnt zu werden, heute reicht ein Einsatz im Umfeld von Pegida.

Die Branche feiert sich halt selber. Dann gibts 2 Preise für Leute die gesagt haben „AfD doof“, „Pegida böse“ und der Rest der Bande weiß, was sie das kommende Jahr zu plappern hat.

Zum Abschluß wünscht er sich, das die Polizei was „gegen rechts“ macht. Wahrscheinlich Kurzhaarige wegen ihres Aussehens verhaften oder so. Doch leider ist die Polizei mit anderen Dingen beschäftigt:

Ein Grund für die Überlastung der Polizei ist, dass sie ständig auch noch auf Leute aufpassen muss, deren Lebensinhalt darin besteht, gegen rechts zu sein. Auf der „Achse des Guten“ hat neulich jemand einen Auszug aus dem „Jahres-Geschäftsbericht“ der Antifa in Leipzig gepostet: Brandanschläge auf Bahnanlagen, Überfälle auf Polizeiposten, Anschläge auf Firmen und Parteibüros, Überfälle auf Geschäfte in der Innenstadt – es gab kaum einen Monat, in dem es 2015 nicht irgendwo brannte oder knallte.

Eine recht gute Zusammenfassung der Gemengelage in Deutschland anno 2016.

Quelle: h$$p://www.spiegel.de/politik/deutschland/kampf-gegen-npd-afd-pegida-waer-mein-nachbar-doch-nazi-kolumne-a-1081157.html

 

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