Britische Todesliste

Da ist das Land offiziell gegen die Todesstrafe, führt aber seit Jahren eine geheime Liste von Menschen die man ohne Gerichtsverfahren einfach hinrichten darf. Ob auch schon Nigel Farage drauf steht weiß ich leider nicht. Telepolis berichtet:

Ein ausführlicher Bericht der britischen Menschenrechtsorganisation Reprieve macht deutlich, dass auch die Briten, die ebenfalls bewaffnete Drohnen einsetzen, eine derartige Liste führen – und ihren Opfern teils merkwürdige Codenamen geben, etwa jene von Musikern, Comicfiguren oder Pornodarstellern.

So wurden manche der Ziele, hauptsächlich Terrorverdächtige, allerdings auch angebliche Drogenschmuggler, unter anderem als Britney Spears, Drake, Krusty the Clown, Iron Man oder Garfield bezeichnet.

Laut Reprieve würde diese ungewöhnliche Namensgebung für die Öffentlichkeit besonders schockierend sein, da sie den gesamten Prozess der Tötung vollkommen entmenschlichen soll.

Telepolis beschreibt dann noch weiter das „Leben auf einer Killlist“.
Denn anscheinend ist ein pakistanischer Friedensaktivist drauf gelandet, weil sein Tun der pakistanischen Zentralregierung ein Dorn im Auge ist.

Jalal gehört zum Führungskreis eines Friedenskomitees in seiner Region. Ziel des Komitees ist die Vermittlung zwischen den lokalen Stämmen und den Taliban. Wie viele andere Menschen in Waziristan glaubt Jalal an eine friedliche Lösung zwischen den Stämmen und den ansässigen militanten Gruppierungen.

Als dann aber in regelmäßigen Abständen Drohnen neben ihm einschlagen und Zivilisten getötet werden, wird er mißtrauisch:

Im Januar 2010 wurde Malik Jalal das erste Mal von einer Drohne angegriffen. Er hatte Glück und überlebte unverletzt. Sein Neffe, Salimullah, musste schwerverletzt ins Krankenhaus. Vier weitere Männer, die in einer nahegelegenen Mine arbeiteten, wurden getötet.

Im September desselben Jahres fand der nächste Angriff auf Jalal statt. Er war gerade auf dem Weg zu einer Stammesversammlung, als der Wagen hinter ihm zerbombt wurde. Die vier Insassen, wieder waren es lediglich lokale Arbeiter und keine bewaffneten Kämpfer, wurden getötet, Jalal überlebte ein weiteres Mal.

Einen Monat später fand ein weiterer Drohnen-Angriff statt. Drei Menschen wurden getötet. Unter ihnen befand sich auch Jalals Cousin, Kalimullah. Jalals Verdacht schien sich zu bestätigen. Er war zum Ziel der Drohnen geworden.

Im März 2011 fand ein vierter Anschlag auf Jalal statt und traf eine Stammesversammlung. Über vierzig Zivilisten wurden an jenem Tag getötet. Viele von ihnen waren Mitglieder des Friedenskomitees. Ein weiteres Mal überlebte Jalal – und erlebte das Massaker hautnah.

Quellen, die Jalal aufgrund ihrer eignen Sicherheit nicht genauer benennen möchte, haben bestätigt, dass er und andere Mitglieder des Friedenskomitees von Nordwaziristan auf der Todesliste der Amerikaner und ihrer Verbündeten stehen. Aus irgendeinem Grund will das Weiße Haus Jalal und seine Freunde in Leichensäcken sehen.

Wann die Drohnen bei deutschen Friedensaktivisten einschlagen, die gegen einen Krieg auf syrischem Boden sind, ist nicht bekannt.

Deutscher Bericht: h$$p://www.heise.de/tp/artikel/48/48020/1.html
Englischer Bericht: http://www.reprieve.org.uk/
Liste: http://statewatch.org/news/2016/apr/uk-reprieve-britains-kill-list.pdf

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