Cassius Clay

Bei einigen setzt die Glorifizierung mit dem Tode ein, bei anderen noch zu Lebzeiten.
Zu letzterem gehört Cassius Clay, alias Muhammad Ali. Dennoch nahm es mit seinem Tod nochmal richtig Fahrt auf. Überall liest man irgendwelche Toleranz und Friedenszitate.

Franz Josef Wagner zitiert ihn mit: „Ich schwöre, ich höre auf mit dem Boxen. Ich will Menschen nicht mehr weh tun.“
Sagte er angeblich nach seinem Kampf gegen Joe Frazier in Manila. Falls euch die Lobhudelei auch nervt hier mal ein paar ganz bescheidene andere Sätze von dem Herrn:

„Ich sah Ihre Frau. Sie sind nicht so dumm, wie Sie aussehen.“ (Zum philippinischen Präsidenten Ferdinand Marcos, einige Tage bevor er Joe Frazier in Manila am 1. Oktober 1975 schlug)

„Joe Frazier ist so hässlich – wenn er weint, drehen sich die Tränen um und laufen ihm den Hinterkopf herunter.“

„Es ist schwer, bescheiden zu sein, wenn man so großartig ist, wie ich es bin.“

„Ich bin so schnell – letzte Nacht habe ich das Licht in meinem Hotelzimmer ausgemacht und war im Bett, bevor es dunkel war.“

„Ich habe mit einem Alligator gerungen, mich mit einem Wal gebalgt, den Blitz gefesselt und den Donner ins Gefängnis geworfen. Erst letzte Woche habe ich einen Felsen ermordet, einen Stein verletzt, einen Ziegel ins Krankenhaus gebracht. Ich bin so fies, dass ich sogar Medizin krank mache.

Ich bin der König der Welt. Ich bin schön! Ich bin ein böser Mann! Ich rüttelte die Welt wach! Ich rüttelte die Welt wach!“ (25. Februar 1964, nachdem er Liston besiegt hatte)

„Ich wette, du erschrickst dich zu Tode, wenn du nur in den Spiegel schaust. Du hässlicher Bär!“ (An Sonny Liston)

Ich werde ihn so übel schlagen, dass er einen Schuhanzieher braucht, um seine Mütze aufzusetzen.“ (vor dem Kampf gegen Floyd Patterson 1965)

Ich werde das Kämpfen nicht vermissen, das Kämpfen wird mich vermissen.“ (über seine Karriere als Boxer)

„Ich sagte euch allen, allen meinen Kritikern, dass ich der Größte aller Zeiten war … Macht mich niemals zum Verlierer, bis ich ungefähr 50 bin.“ (1. Oktober 1974, nachdem er George Foreman besiegt hatte und zum zweiten Mal Schwergewichts-Champion geworden war – in Kinshasa)

„Die Menschen begreifen nicht, was sie hatten, bis es weg ist. Wie Präsident Kennedy, es gab niemanden wie ihn. Wie die Beatles, es wird nie wieder etwas wie sie geben. Wie mein Elvis Presley. Ich war der Elvis des Boxens.

Der Mann war wohl hochgradig narzisstisch. Einzig sein Vietcong-Zitat möchte ich hier als Positiv-Beispiel bringen.

„Wieso sollte ich auf sie (Vietcong) schießen? Sie haben mich nie ‚Nigger‘ genannt, sie haben mich nie gelyncht, nie die Hunde auf mich gehetzt, sie haben mich nicht meiner Nationalität beraubt, meine Mutter und meinen Vater vergewaltigt und getötet. Warum sollte ich auf diese armen Menschen schießen? Bringt mich einfach ins Gefängnis.“ (zur Begründung, warum er nicht in der US-Armee dienen wollte)

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