„Du möchtest nicht auf der falschen Seite stehen“

EU-Kommissionspräsident Juncker möchte auch hip sein und suchte den Kontakt zur Jugend. Ganz trendy stellt er sich jetzt den Fragen von 3 Videobloggern. Organisiert hatte die Sache der coole Youtube-Konzern.

Dabei durfte die französischen Videobloggerin Laetitia Birbe nun lernen, Youtube ist nicht hip, trendy und cool, sondern ein kalkulierender Konzern, der all zu kritische Fragen verhindern wollte.

Man empfahl Birbe Juncker Fragen bezüglich seines Haustieres, seines Handys oder seiner Auffassung von Glück zu stellen. Dann allerdings:

Laetitia Birbes, die französische YouTuberin, hat ein versteckt gefilmtes Video veröffentlicht, in dem klar zu sehen ist, wie ein YouTube-Mitarbeiter sie bei der Notizbesprechung zu überzeugen versucht (man könnte auch sagen bedroht), nicht die „falschen“ Fragen zu stellen:

YouTube Mitarbeiter: Aber dies, wie ich dir gesagt habe, muss ich mit Natasha [Bertaud, Junckers Pressesprecherin, Anm. d. Redaktion] besprechen. Es gibt also immer das Risiko, dass es hier eine rote Flagge gibt.
Birbes: Dass da eine rote Flagge ist, was soll das heißen?
YouTube Mitarbeiter: Eine rote Flagge. Wir können das nicht machen.
[…]
Du stellst Mr. Juncker schon sehr schwierige Fragen, du sprichst über Lobbying von Unternehmen. Du möchtest nicht auf der falschen Seite von YouTube, der Europäischen Kommission oder den Leuten, die dir vertrauen, stehen … außer dir ist eine lange Karriere auf YouTube egal.

Bamm! Eine schöne kleine Drohung die Einschüchtern soll.

Quelle: h$$ps://netzpolitik.org/2016/interviews-mit-juncker-youtube-uebte-massiven-druck-auf-video-bloggerin-aus/

Die junge Dame machte die Sache nun öffentlich, was Youtube dazu bringt, die Vorwürfe zu dementieren:

Ein Sprecher von Google, dem Mutterkonzern von YouTube, dementierte die Vorwürfe in der US-amerikanischen Zeitung Politico. Es sei keine Absicht gewesen, Nadji zu harmlosen Fragen zu drängen. „Unser Kollege ermutigte sie, eher respektvoll als konfrontativ vorzugehen – das war alles“

Interessant finde ich auch die Zeit, die Sache mehr als Missverständnis betrachtet, es wäre doch nur ein gut gemeinter Rat gewesen. Dort ist man wohl der Meinung das nur richtige Journalisten wie sie selber solche Gespräche führen können.

Quelle: h$$p://www.zeit.de/politik/ausland/2016-09/jean-claude-juncker-youtube-interview-laetitia-nadji

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