Wer hat Roland Tichy verraten? Sozialdemokraten

Ich habe mich nur wenig mit dem letzten Shitstorm gegen Roland Tichy beschäftigt, der zu dessen Rücktritt als Herausgeber der Newsabteilung des Karrierenetzwerks Xing geführt hatte.

Naiv war ich zu glauben es wäre ein zufällig entstandener Shitstorm. Dem ist nicht so. Hinter dem Auslöser des XING-Boykotts Mathias Richel verbirgt nämlich vieles mehr. Don Alphonso hat da mal recherchiert:

Mathias Richel, aktuell Creative Director bei der Agentur Torben, Lucie und die gelbe Gefahr TLGG, die zum Agenturennetzwerk Omnicom gehört.

Richel trat 1998 der SPD bei, und hat im aktuellen Jahrzehnt eine schillernde Karriere im Vorfeld der SPD hinter sich: Er war bis 2012 Vorsitzender des SPD-nahen Digitalvereins D64 und als solcher in ein Skandälchen des Lobbyismus verwickelt. Er war für D64 Media GmbH tätig, eine Agentur für “Kampagnenwerkzeuge”, die de facto der SPD gehörte, und nach 2013 mit der SPD-Tochterfirma Network Media GmbH verschmolzen wurde, eine hauseigene Kampagnen- und Werbeagentur. Network Media war erst kürzlich in den Medien, weil sie Termine mit SPD-Ministern für mehrere tausend Euro angeboten hatte. Vor der Verschmelzung gestaltete Richel mit dem D64 Verein und GmbH noch Wahlkampfplattformen der SPD, 100 Tage vor der Bundestagswahl 2013 wird er als Leiter des reinen Online Wahlkampfes der SPD mit D64 Media vorgestellt. Von Januar 2012 bis Juni 2014 war er laut seines Linkedin-Profils als Creative Director bei Network-Media beschäftigt. 2015 trat Richel noch als Redner des Campaigncamp der SPD auf. Er passt gut zu TLLG, denn die Agentur hat 2010 die Social Media Aktivitäten der SPD neu gestaltet, und TLGG arbeitet für das Wirtschaftsministerium des SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel.

Richel – bei TLGG in der zweiten Führungsebene – bringt als Kampagnenmacher mit besten SPD-Beziehungen bei einer Kampagnenagentur der Bundesregierung mit einem aufgehetzten Mob einen SPD- und regierungskritischen Journalisten um seinen Job, weil der einen hart grünenfeindlichen Beitrag brachte. Es gibt keinen Grund zur Annahme, Richel hätte nicht gewusst, was er da tut. Berufliche Vernichtung beginnt nicht mehr bei der Tätigkeit für verfassungsfeindliche Organisationen oder kruden Reichsbürger-Ansichten, sondern schon bei zu hart formulierten Beiträgen, ausgeführt durch eine Kampagne eines halbverdeckt agierenden politischen Gegners.

Ja die gute Tante SPD steckt dahinter. Drecksverein.

Wer noch mehr wissen möchte: h$$p://blogs.faz.net/deus/2017/01/13/wer-hat-roland-tichy-verraten-die-splitterpartei-sozialdemokraten-4023/

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