Maischberger: Christopher Lauer braucht Schläge

Huffington Post schreibt:

Der Berliner Politiker Christopher Lauer ist von den Berliner Piraten zur SPD gewechselt. Er behauptete, es sei wahrscheinlicher „im Lotto zu gewinnen, als Opfer einer Straftat in der U-Bahn zu werden“. Lauer wandte sich gegen die von Wendt geforderte Videoüberwachung. In den USA könne man sehen, dass so „ein Staat ganz schnell kippen kann“.

Der Bundespolizist Nick Hein hört sich die Ausführung still an, bis ihm der Kragen platzt. Er versucht Lauer den Nutzen der Videoüberwachung so zu erläutern: „Wenn ich aufstehen würde und Ihnen vor laufender Kamera eine scheuern würde, dann hätten Sie das Beweismaterial.“ Maischberger hält die Luft an.

„Oder aber Sie hinterfragen die gesellschaftlichen Faktoren, warum ich das getan habe, lassen die Anzeige sausen und überlegen, ob Sie nicht eine Teilschuld haben, weil Sie mir mit Ihrer weltfremden Meinung etwas auf die Nerven gegangen sind.“ Lauer wurde auf einmal ganz still.

Haha! So brauch der Lauer das.

Quelle: h$$p://www.huffingtonpost.de/2017/02/01/polizei-maischberger_n_14563802.html

Der Polizist aus der Sendung hat übrigens Focus Online ein Gespräch geführt:

FOCUS Online: Wie haben Sie als Ex-Bundespolizist die Talk-Runde erlebt?

Nick Hein: Obwohl ich aktiver Teilnehmer der Runde war, habe ich lange gebraucht, um zu realisieren, wie groß die Kluft zwischen Justiz, Politik und Polizei eigentlich ist. Besonders die Auffassung von BGH-Richter Thomas Fischer hat mich schockiert: Er meint doch tatsächlich, der Polizei gehe es gar nicht schlecht, die Gewalttaten würden abnehmen – und früher hätten die Beamten auch schon Pöbeleien ertragen müssen.

FOCUS Online: Haben Sie das Gefühl, der Staat unterstützt die Polizisten zu wenig?

Hein: Nach dem Auftritt von Richter Fischer und SPD-Politiker Christopher Lauer definitiv. Schließlich ist der eine ein Vertreter einer etablierten Volkspartei und der andere des Rechtsstaats. Genau auf Justiz und Politik verlässt und beruft man sich als Polizist. Auch wenn man den Auftritt von Fischer und Lauer nicht auf alle Richter und Politiker übertragen kann, zeigen sie doch sehr deutlich, wie weit die Elite von der Praxis entfernt ist. Polizeibeamte werden nämlich sehr wohl mies bezahlt und oftmals auf der Straße angefeindet. Das habe ich als Bundespolizist selbst oft genug erlebt.

FOCUS Online: Ex-Piratenpolitiker Christopher Lauer war für Sie offenbar der größte Aufreger. Als er sich beim Thema Videoüberwachung gegen einen „Überwachungsstaat“ aussprach, meinten sie: „Wenn ich jetzt aufstehe und Ihnen vor laufender Kamera eine scheuern würde, dann haben Sie das Videomaterial, das Beweismaterial und können mich anzeigen“. Wieso diese drastische Reaktion?

Hein: Mir ist in diesem Moment einfach der Kragen geplatzt. Die Aussage von Herrn Lauer hat das Fass zum Überlaufen gebracht, nachdem sich meine Wut schon die ganze Sendung über angestaut hatte. Mit dem plakativen Beispiel wollte ich eigentlich nur verdeutlichen, dass die Diskussion in eine falsche Richtung lief: Immer wieder kommt das Argument, dass mehr Videoüberwachung nicht dabei helfen würde, mögliche Täter aufzuhalten. Darum geht es mir aber nicht. Es ist doch wichtig, straffällig gewordene Menschen mit Hilfe von fundiertem Beweismaterial von der Straße zu kriegen – meiner Meinung nach war eine fast nicht vorhandene Videoüberwachung auch ein Grund für die schlechte Aufklärungsquote der Kölner Silvesternacht.

FOCUS Online: Das Beispiel der Kölner Silvesternacht haben Sie in der Talkrunde aber nicht angeführt. Wieso?

Hein: Ehrlich gesagt, hatte ich das Gefühl, dass mich Frau Maischberger immer wieder geschickt ausgebremst hat. Als sie sagte: „Augen auf bei der Berufswahl“ hatte ich das Gefühl, sie versteht die Probleme und Anliegen der Polizeibeamten nicht. Schon da hat es in mir gebrodelt und ich wusste, die Stimmung wird früher oder später kippen.

FOCUS Online: Mit welchem Gefühl sind Sie aus der Sendung gegangen?

Hein: Mit keinem Positiven. Am Ende hatte ich nämlich das Gefühl, dass die Talk-Runde die Problematik der Gewalt gegen Polizisten und schlechten Arbeitsbedingungen verwässert hat. In keinem Moment der von den Eliten dominierten Diskussionsrunde konnte ich als Praktiker meinen Punkt machen – doch auch das hätten die Zuschauer mitbekommen sollen. Überhaupt fehlen solche Stimmen, wenn über Sicherheitspolitik diskutiert wird.

FOCUS Online: Heißt das, Sie können sich vorstellen in die Politik zu gehen? Falls ja, für welche Partei?

Hein: Tatsächlich spiele ich seit der Sendung mit dem Gedanken. Es braucht mehr Politiker, die in ihrem Bereich praktische Erfahrungen gesammelt haben – und wissen, wovon sie sprechen. 

Quelle: h$$p://www.focus.de/politik/deutschland/nach-krawall-talk-bei-ard-ex-polizist-nick-hein-erklaert-deshalb-drohte-ich-spd-mann-pruegel-bei-maischberger-an_id_6582505.html

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