Danisch über Feminismus

Der Artikel bei Danisch „Wo ist der Feminismus falsch abgebogen“ ist gut aber mal wieder ziemlich lang. Der Autor muß wohl beim Schreib auch leicht erregt gewesen sein. Hier ein paar Auszüge:

…Zudem liegt ein enormer Denkfehler darin zu sagen, früher war die Frau benachteiligt, heute haben wir Feminismus. Eine Korrelation ist noch lange keine Kausalität. Hier nämlich liegt die Kausalität – soweit überhaupt – nämlich andersherum.

Dass die Frau aus ihrer Hausfrauen-Rolle gekommen ist, ist (ich habe es schon so oft geschrieben und begründet) allein dem technischen Fortschritt zu verdanken und hat mit Feminismus gar nichts zu tun. Früher hatten wir eine hohe Kindersterblichkeit und ein Haushalt war üble Vollarbeit, die pro Familie mindestens eine Person voll in Beschlag nahm, und die Erwerbsarbeit war harte körperliche Arbeit, die Männer erforderlich machte. Auch heute gibt es kaum Frauen im Bau oder Bergwerk.

…Dann der medizinische Fortschritt. Meine Großmutter fand das noch völlig normal, mindestens 5 Kinder zu kriegen. Sterblichkeit, Krankheiten, Kriege. Wenn die Familie das überleben soll, muss schon was her. Und tatsächlich hat auch ein ziemlich großer Teil meiner Familie (der männliche) ab meiner Großelterngeneration aufwärts die beiden Kriege nicht überlebt. Ich würde deshalb heute gar nicht existieren, wenn die Frauen in meiner Familie ab zwei Generationen über mir nicht Voll-Hausfrauen gewesen wären und wie die Bekloppten Kinder aufgezogen hätten. Meine Großmutter hatte keine Bildung und nicht mal einen Führerschein. Sie sagte dazu, für solchen überflüssigen Schnickschnack habe sie gar keine Zeit gehabt, das hätte ihr gar nichts genutzt, für sie war anderes wichtig. Die Familie in Abwesenheit des Mannes durch den Krieg zu bringen und gut schießen zu können. Das war gefragt und das war das Selbstverständnis meiner Großmutter. Die hat sich da nicht benachteiligt gefühlt, sondern das mit aller Selbstverständlichkeit als ihre Pflicht und Aufgabe angesehen. Und zwar deshalb, weil es auch gar keine Alternativen gab und es immer noch besser war, als was den Männern blühte. Die Männer haben sich kaputt gearbeitet und mussten in den Krieg, fast alle Männer der Familie sind dabei umgekommen. Erschossen, im Panzer in die Luft gesprengt, im Flugzeug abgestürzt, im U-Boot abgesoffen, alles dabei. 

…Schon deshalb ist diese ganze Nummer mit der unterdrückten benachteiligten Frau von vorne bis hinten erlogen. Da kommen sie ständig an mit so einem Kleinscheiß, wie dass die Frau den Namen des Mannes annehmen musste und ohne Erlaubnis des Mannes kein Konto eröffnen und keinen Beruf annehmen oder nicht Medizin studieren konnte. Als ob das irgendwie grundsätzlich lebensgefährlich wäre. Es ist nicht schön, aber noch lange nicht existenzgefährdend. Die Rolle der Hausfrau und Mutter war die letzten Jahrhunderte durchaus nicht die schlechtere, sondern – vor allem in Kriegszeiten – die eindeutig bessere. Was ist eigentlich schlimmer? Von den Russen vergewaltigt oder erschossen zu werden? Alle Welt regt sich auf, wenn in Afrika 200 Mädchen entführt und zwangsverheiratet werden. Natürlich ist das schlimm. Aber zu den Männer, die da massenweise abgeschlachtet werden und den Jungen, die eine Kalaschnikow in die Hand gedrückt und in den Krieg geschickt werden, hört man nichts.

Weiter gehts:

Der Friedens-, Medizin- und Technikschub der 50er bis 80er Jahre hat dazu geführt, dass Haushalt mit weniger Arbeit verbunden und Arbeit insgesamt körperlich leichter wurde. Die 70er Jahre waren eine Zeit völliger Frauenlangeweile. Die Männer waren Arbeiten, und die Frauen haben sich die Nachmittage mit Kaffeetrinken, Yoga-Kursen und wenn gar nichts anderes mehr half, mit Fensterputzen vertrieben. Nachmittagsfernsehen gab’s damals nämlich noch nicht.

Das Aufkommen des Feminismus in den 70ern war ein Zusammentreffen aus der bekloppten Ideologie der 68er, der unendlichen Frauenlangeweile in den 70ern und dem Kinderüberschuss (der Generation, zu der ich gehöre, wir waren ein übermäßig starker Jahrgang). Weil die Kinder nicht mehr wegstarben und im Krieg nicht mehr in die Luft gejagt wurden, kam die Familie mit zwei bis drei statt fünf oder sieben Kindern aus, und trotz sexueller Befreiiung und dem politisch verordneten Rudel-Bums wollte man weniger Kinder kriegen um sich „selbst zu verwirklichen“, weshalb es nun die Pille davor und die Abtreibung danach gab.

Man nannte es Feminismus und Emanzipation, tatsächlich war es aber nur Rumvögeln aus Langweile einer total verhätschelten und vom Nachkriegsschub profitierenden dekadenten Frauengeneration. Guckt mal Barbarella, da kriegt ihr so einen Geschmack vom Trend der Zeit. 

Dieser ganze Feminismus-Schub ist ein Schwachsinn, der aus Dummheit, Langeweile und der Erkenntnis, dass sich Lügen enorm auszahlt, entstanden. Der Feminismus war nicht da, um die Unterdrückung der Frau zu beenden, sondern aus der Situation rhetorisch zu profitieren. 

…Update: Ein Leser weist mich dazu darauf hin, dass auch das Bild der Frau am Herd nicht das ist, was man vorgibt. Die Küche war nämlich historisch gesehen der mit Abstand sicherste und einzige warme Platz. Es gab früher nicht die Zentralheizung, wie sie Feministinnen heute für selbstverständlich halten, es war in den Zimmern lausig kalt. Man schlief in riesigen Federbetten und mit Nachtmütze, weil die Stuben ungeheizt waren, und der sicherste und einzig beheizte Raum war eben die Küche. Und wenn man mal in alten Häusern aus früherer Zeit war (war ich gerade in Kapstadt, und früher in Australien und Neuseeland), dann weiß man, dass die Küche wegen der Feuerstelle und des Kamins auch der einzige gemauerte Raum war. Alles andere war Holz. Der Mann war draußen in Kälte und Gefahr, und die Frau im Warmen, Sicheren. Und das wird heute als Unterdrückung ausgegeben.

Noch mehr Text gibt’s hier: http://www.danisch.de/blog/2017/04/08/wo-ist-der-feminismus-falsch-abgebogen/

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