Der queere „Beißreflex“

Ein Buch ist erschienen und die Queeribans rasten mal wieder aus. Es geht um den  Sammelband des queerfeministischen Aktivisten und Geschlechterforschers „Patsy l’Amour laLove.“ Kein Plan wie der Typ richtig heißt, ist aber auch egal. Sein Buch „Beißreflexe“ bringt den Queeribanpöbel in Wallung:

In den sozialen Netzwerken tobt der Mob: Twitter-User*innen nannten das Buch „vertextete Gewalt“, beschimpften die Herausgeberin als „Schwuchtel“, der man „das Maul stopfen“ müsse oder „die Zähne ausschlagen“ solle. Jemand drohte Gewalt mit dem Baseballschläger an, jemand anders rief zur Bücherverbrennung auf. Das Buch sei trans-feindlich, unsolidarisch, antimuslimisch-rassistisch, werfen sie der Herausgeberin vor.

Da werden sofort die antrainierten Beißreflexe aktiviert. Also genau das, was die Autorin schreibt.  Schein also recht lustig zu sein, worum gehts:

Stattdessen aber, so die Kritik der Autorin, sei Queer-Feminismus mittlerweile zu einem Aktivismus verkommen, der auf autoritäre Weise Denk- und Sprechverbote erteile. Dessen Verfechter*innen sich nicht auf Diskussionen einlassen, sondern anderen das Wort verbieten, weil sie „nicht qualifiziert“, „zu bürgerlich“ oder „zu privilegiert“ seien, um sich zu einem Thema zu äußern. Und bei dem es hauptsächlich um die Fragen zu gehen scheine, wer progressiv und wer reaktionär ist, wer mehr oder weniger diskriminiert wird als der oder die andere, und wer allein aufgrund seiner privilegierten Existenz andere diskriminiert und deshalb bestraft gehört.

So berichtet zum Beispiel eine anonyme Autorin im Kapitel „Betroffenheit“ von einem Vorfall auf dem feministischen e*Camp 2013, bei dem sie sich über die zu laute Technomusik beschwerte und darüber zum Opfer einer „Inquisition“ wurde, wie sie es nennt. Durch ihr „aggressives Auftreten“ – sie hatte erst einen Beschwerdezettel geschrieben, dann das Orga-Team angesprochen und dann an das Awareness-Team gewandt – habe sie Menschen verletzt. Nach vielen Vorwürfen und Diskussionen, in denen es nie um die Lautstärke der Musik, sondern immer um das „provokative Verhalten“ und die „Angriffe“ durch die Autorin ging, wurde sie des Camps verwiesen.

Tja, wen erinnert das nicht an „Die Revolution verschlingt ihre Kinder“

Es gibt natürlich Buchlesungen, Diskussionsveranstaltungen die teilweise ausfallen müssen wegen Drohungen und den ganzen anderen Müll.

Mehr dazu: h$$p://www.taz.de/!5409519/

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