Der spanische Innenminister – Teil II

Telepolis zeigt mal wieder, das Netzjournalismus die klassischen Anbieter schon längst kilometerweit überholt hat.

Ich hab mich ja auch schon über den spanischen Innenminister hier aufgeregt. Lediglich der Zufall und die Unfähigkeit der Terroristen hat dazu geführt das nicht hunderte Menschen in Barcelona starben.
Jagten sich die Terroristen doch mit ihren 120 Gasflaschen selbst in die Luft. Nachdem die Bombenwerkstatt in Alcanar explodierte, griff man zu Plan B.

Seit diesem Zeitpunkt meldet sich der spanische Innenminister mit Blödsinn zu Wort. Jetzt versucht die Zentralregierung nämlich die Sache gegen die Regionalregierung auszuschlachten und deren Bestrebungen zur Unabhängigkeit Kataloniens zu torpedieren.

Da heißt es z.B. nun aus Madrid die Antiterror-Bekämpfung in Katalonien wäre beeinträchtigt. Tja, das stimmt zu Teil wohl auch, aber nur weil Madrid sich sperrt.

Die Regionalregierung hatte die Zentralregierung von Mariano Rajoy schon vor Wochen kritisiert. Die Mossos erhielten zum Beispiel keinen Zugang zu wichtigen Daten und Ressourcen des Zentrums zur Bekämpfung von Terror und organisierter Kriminalität (CITCO). Und auch die Verstärkung der katalanischen Polizei wurde verhindert. Der Parlamentarier der linksnationalen ERC Gabriel Rufián hatte wegen „Niederträchtigkeit und Unverantwortlichkeit“ schon den Rücktritt von Innenminister Juan Ignacio Zoido gefordert.

Es war genau dieser Innenminister, der nach dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt in Berlin behauptet hatte: „Was in Berlin passiert ist, kann hier nicht geschehen.“ Er führte als Begründung dafür an, dass die Polizeikoordination in Spanien „extrem“ sei. Er lag damit, wie unzweifelhaft bewiesen ist, mehr als daneben und wusste, dass das gelogen war. Und es ist jetzt dieser Innenminister, der sich nicht nur in die Ermittlungen in Katalonien einmischt, sondern auch noch den Katalanen eine Teilschuld zuschreibt. Dabei haben seine Geheimdienste und Polizeieinheiten versagt, die für Terrorismus zuständig sind.

Toller Typ oder? Erinnert mich an unseren Innenminister.

Und es ist dieser Zoido, der meinte, solche Anschläge werde es in Spanien nicht geben, der nun der linken Bürgermeisterin in Barcelona vorwerfen lässt, „Ratschläge der Polizei“ missachtet zu haben, Zonen mit besonderem Publikumsverkehr mit Pollern oder Blumenkübeln zu sichern.

Das ist zwar gelogen aber egal.

Der stellvertretende Bürgermeister Barcelonas wies die Vorwürfe zurück. Gerardo Pisarello hat per Twitter erklärt, dass die „Antiterrormaßnahmen von den Verantwortlichen im Innenministerium bestimmt werden“ und man sich stets an die Vorgaben gehalten habe. Man habe sich „nie geweigert“, Poller oder Blumenkübel aufzustellen. „Wenn etwas gefordert wurde, wurde es gemacht“, fügte Pisarello an.

Auch die Mossos haben sich schon darüber beschwert, dass sich der Innenminister in die Vorgänge einmischt. Der hat nun sogar schon behauptet, dass man die gesamte Terrorzelle zerschlagen habe. Das aber dementieren die Mossos, die noch nach drei Mitgliedern fahnden. Man habe vom Nationalen Gerichtshof in Madrid den Auftrag zur Ermittlung erhalten, die ersten Informationen zu den Anschlägen geben. „Wir werden es sein, die die Ergebnisse verkünden, wenn wir davon ausgehen, dass die Zelle vollständig ausgehoben ist“, erklärt Polizeisprecher Albert Oliva angesichts der Versuche des spanischen Innenministers, sich in den Vordergrund zu spielen, um sein Versagen zu überdecken.

Jetzt wird sogar schon behauptet, ein Iman hätte sie in 2 Monaten blitzradikalisiert, ein Märchen wie es auch schon in Deutschland bezüglich andere Anschläge verbreitet wurde. 2 Monate, ist klar. Deshalb haben die Attentäter auch bereits vor 2 Jahren nach Lieferwagen Ausschau gehalten, oder waren schon mindestens 6 Monate in der Bombenwerkstatt aktiv.

Auch der gesuchte Iman (ggf. liegt er ja tot im Bombenkeller) ist seit 2003 in Islamistenkreisen unterwegs, hatte Kontakt zu den Attentäter vom Massaker 2004 in Madrid, und zu den Attentätern von Casablanca 2003.
Also alles völlig unbekannte unbedarfte Leute, die sich so schnell blitzradikalisiert haben, das der spanische Geheimdienst gar keine Chance hatte irgendwas dagegen zu unternehmen *augenroll*

Quelle: h$$ps://www.heise.de/tp/features/Maerchen-und-Schuldzuweisungen-zu-Anschlaegen-in-Katalonien-3808023.html?seite=3

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